Horizon Zero Dawn (Ersteindruck) – der dystopische Endzeit-Hit von Guerilla Games

Posted by  PeBa   in  ,      2 months ago     290 Views     Leave your thoughts  

Dieses Spiel wird gerade gehyped und gefeiert und in den höchsten Tönen gelobt. Normalerweise bin ich bei solch einem Hype mehr als nur vorsichtig, siehe zum Beispiel das bis zum Release hochgelobte No Mans Sky. Doch bei dem was ich bis dato sehen konnte war ich schon angefixt und die Macher waren ja schon für eines meiner Lieblingsspiele verantwortlich und zwar Killzone (auch wenn ich den vierten Teil bisher noch nicht gespielt habe). Und wie ich schon in der Sendung Devils Playground auf Radio Diabolus angekündigt habe, ist dieses Game der Trigger für mich eine PS4 zu kaufen. Und ja, seit dem 1.ten März steht nun eine PS4 bei mir zusammen mit Horizon Zero Dawn im Wohnzimmer.

Damit stellt sich natürlich die große Frage, ist das Spiel so toll wie alle sagen, oder ist das auch wieder nur eine riesige Hype-Blase?

Und ich kann schon vorweg nehmen, wenn euch dieses Endzeit Setting und Open World RPGs gefallen, dann macht ihr hier definitiv nichts falsch. Das Spiel hat bisher genau das geliefert, was ich davon erwartet habe und ich bin begeistert, auch wenn nicht alles Gold ist, was glänzt, aber mehr dazu in den nächsten Zeilen.

Erst einmal zur Präsentation. Das Spiel ist sowas von schön und detailliert, das ist ein Traum und könnte auf dem PC kaum schöner aussehen. Ich selber spiele auf einer PS4 Pro und die kommt mit der tollen Grafik und der teils enormen Weitsicht meist extrem gut klar. Und ich glaube die Lüftergeräusche die meine PS4 hier und da gemacht hat, waren nicht vom Spiel gefordert, sondern der parallelen Installation einiger Demos im Hintergrund gezollt.

Die Welt ist extrem schön und stimmig und fängt dieses Endzeitszenario mit viel Natur, überwucherten und zerfallenen Ruinen und Maschinen aus der Vergangenheit und den teils primitiven Bauten der Menschen, die weit nach der Katastrophe immer noch am Leben sind, perfekt ein. Die Menschheit, die nach ihrem Fall als technologische Hochkultur fast wieder in die Steinzeit zurück gefallen ist. Dazu die toll in Szene gesetzten Dino-Roboter die alleine für sich schon beeindruckend sind. Vor allem wenn auf einmal ein Langhals neben einem vorbei läuft, das ist schon beeindruckend. Auch viele Details in den Animationen fallen auf. So wird der Bewegungsablauf der Heldin immer wieder durch passende Zusätze und Gimicks aufgelockert. Dazu gehören Zwischenschritte, ein kurzes Stolpern oder Schliddern und vieles mehr. Das wirkt enorm sympathisch und realistisch und das ist man von kaum einem anderen Game gewohnt.

Auch der Erzählstil in den Zwischensequenzen ist enorm gelungen. Die Geschichte wird hier filmreif erzählt und hat mich bisher sehr gut abgeholt. Ich hoffe das bleibt auch bis zum Ende des Spiels so erhalten. Vor allem ist das mal eines der Spiele, das wirklich gut gelungene und gut animierte und auch schöne Gesichter hat. Ob das jetzt alles Lippensynchron ist, darauf habe ich nicht geachtet, ist mir bei Spielen auch unwichtig, aber Mimik und Bewegungen wirken sehr gelungen.

Bei einem Open World Game ist natürlich auch die Frage zur Weitsicht und den Details wichtig. Und auch hier muss ich sagen, Respekt das wirkt hier enorm gut. Wo man bei Spielen wir Fallout 4 schon die runtergeschraubten Texturen in der Ferne erkennt, hat man bei Horizon Zero Dawn das Gefühl hier ist immer noch alles richtig dargestellt. Ich behaupte mal das diese auch weit besser als beim ebenfalls sehr schönen Rise of the Tomb Raider ist. Vor allem die erste Brutkammer die ich erforscht habe, hat mich durch die Details erstaunt, denn hier sieht man eine riesige Kammer, die eigentlich nur nicht begehbarer Hintergrund ist. Und selbst hier sind die Details toll ausgearbeitet und man sieht Maschinen die sich dort bewegen und aus dem Hintergrund mehr als nur eine steife Kulisse machen.

Lediglich an einigen wenigen Stellen gab es mal Probleme bei Laden von Texturen, speziell dem Körper von NPCs (ist mir 2 mal aufgefallen). Das könnte aber auch an den schon erwähnten Installationen von Demos im Hintergrund gelegen haben.

Auch die Nebenmissionen und Aufträge weichen vom üblichen Sammle 5 hiervon und gehe dann dahin und töte 6 davon ab. Das ist bisher jedenfalls schöner und Stimmiger verpackt. So muss man zum Beispiel eine Linse von einem bestimmten Roboter besorgen, da sich der NPC daraus etwas basteln will. Oder man muss einen bestimmten Roboter jagen, da er etwas verschlungen hat, was der NPC wieder braucht. Und das ist nicht unbedingt damit getan, einfach alle Robos die dort sind abzuschlachten, sondern meist auch mit Spurensuche verbunden, um den richtigen zu finden. Und auch das Suchen von Specials wie Metallblumen, antiken Gefäßen und selbst von Panoramen macht Spaß, weil man dabei die schöne Welt erkunden kann. Bisher hatte ich noch nicht dieses Gefühl wie bei anderen Open World Spielen, das ich das nur ablaufe, weil ich die 100% haben will, sondern es passt noch zum Gesamtspielerlebnis. Und ich bin schon mehr als gespannt, auf was diese Story dann final zusteuert und ich denke ganz wird man die vergangenen Ereignisse nur durch die Fundstücke die überall in der Welt versteckt sind verstehen.

Und damit sind wir schon bei der Geschichte, die dieses Spiel so toll erzählt. Wir begleiten Aloy von klein auf. Bevor man beim ersten Start zum Spielmenü kommt wird bereits der Anfang der Geschichte erzählt, wie Rost das damals noch namen- und Mutterlose Baby als Verstoßener aufnimmt und ihr alles beibringt, was er über die Jagd und das Überleben in der Wildnis weiß. Als Verstoßene wird sie gemieden und das wird gerade am Anfang so eindrucksvoll dargestellt und man denkt sich nicht selten, das ist doch nur ein kleines Kind das nichts dafür kann. Als sie dann die Reifeprüfung zum Jäger ablegen möchte und damit die Chance erhält Mitglied des Nora Stammes zu werden, ändert sich auf einmal alles und sie wird als Sucherin ausgesandt, um herauszufinden was genau passiert ist und was es mit dieser Verderbnis auf sich hat. Mehr möchte ich dann aber nicht zur Story vorwegnehmen, das müsst Ihr dann selber erleben.

Laut Statistik habe ich aktuell ca. 20% vom Spiel erledigt, wobei ich mir hier auch Zeit lasse und die Gegend genieße, aber wenn die restlichen 80% vom Game das so weiter zelebrieren können, dann haben Guerilla Games hier echt einen Hit geschaffen. Einen Vergleich zu The Witcher 3 kann ich hier noch nicht ziehen, da ich diesen Meilenstein der Open World RPGs bis dato noch nicht gespielt habe. Ich habe aber schon Stimmen gehört die meinten, das Horizon Zero Dawn diesem Giganten durchaus nahe kommt.

Neben der gelungenen Welt und der Handlung muss man aber auch ganz klar sehen, dass dies nur ein Teil der Spielmechanik ist, denn der Kampf und die Action stehen hier ganz klar im Vordergrund, bzw. sind ein wichtiger Teil des Spiels. Die Klettereinlagen und Kletterrätsel sind meist schnell gemeistert und kommen bei weitem nicht an die Kunststücke eines Tomb Raiders ran. Diese sind eher Mittel zum Zweck. Anders schaut es aber bei den Kämpfen an sich aus.

Was mir gut gefällt ist, wie gut meist der Schleichangriff und das verstohlene Vorgehen gelingt. Und auch wenn bemängelt wird, das einige Schleichangriffe vielleicht zu mächtig sind, so finde ich diese gerade dadurch so befriedigend. Denn wenn ich aus dem Hinterhalt angreife will ich damit den Gegner nicht nur schwächen, sondern nach Möglichkeit komplett ausschalten. Aber auch der direkte Kampf funktioniert sehr gut und fühlt sich vom Feedback am Controller meist gut an. Lediglich die Kamera macht mir hier etwas Probleme, da es nicht immer leicht ist im sehr dynamischen Kampfgeschehen den Gegner richtig im Blick zu behalten. Das mag aber auch daran liegen, das ich ein Controller-Noob bin. Das ist auch das Hauptproblem das ich bei den Kämpfen habe, da ich die Controller-Steuerung nicht 100% gewohnt bin und als PC-Spieler Maus und Tastatur bevorzuge. Aber hier muss ich sagen, das es dank gut in der Hand liegenden PS4-Controller und guter Steuerung des Games, trotzdem meist sehr gut klappt, wenn es nicht gerade zu hektisch wird.

Und die Kämpfe sind teils auch sehr schwer. Ich spiele im normalen Schwierigkeitsgrad und hier und da muss man sich schon an einigen Stellen durchbeißen. Mir fehlt auch noch bei einigen der größeren Gegnern die richtige Taktik und dadurch musste ich schon den einen oder anderen frustrierenden Pixeltod sterben. So habe ich aktuell noch etwas das Gefühl, das einige Gegner eigentlich fast zu schwer ausfallen und das frustriert hier und da, wenn man einen sehr schweren Gegner knacken muss, um überhaupt weiter machen zu können. Wenn ich dann mit Level 14 einen Auftrag der für Level 8 ausgelegt ist angehe und dort auf einen finalen Gegner treffe, den ich erst nach dem 10ten Anlauf schaffe und das auch nur mit viel Glück, dann finde ich das schon mehr als herausfordernd. Aber ich denke das ist auch etwas der fehlenden Übung am Controller geschuldet. Das Einzige was ich hier aber wirklich ankreiden möchte, ist das ich das Gefühl habe, das einige Angriffe der NPCs wie Lenkraketen einen gefühlt immer treffen, ist egal ob man ausweicht oder nicht. Entweder ist die KI so intelligent und vermutet bestimmtes Bewegungsverhalten voraus, oder es wird etwas nachgeholfen. Das ist dann vor allem bei One-Hit-Angriffen ärgerlich.

Und was mich am meisten stört sind die Speicherpunkte. Diese sind zwar meist fair gesetzt, wenn man aber einen größeren Angriff startet und im Stealth-Modus die Hälfte der Gegner bereits erledigt hat, kann man das nicht einfach speichern, sondern muss bei einem Pixeltod das Ganze noch einmal machen. Aber das ist das altbekannte Konsolen-Problem, bzw. bei einigen Spieleschmieden auch eine Gamedesign-Entscheidung.

Das ist aber dann schon meckern auf hohen Niveau.

Insgesamt kann ich sagen, bis dato konnte mich das Spiel absolut begeistern und ich hoffe diese Spieldichte und Atmosphäre bleibt auch bis zum Schluss so erhalten und flacht gegen Ende nicht ab. Der erste Eindruck ist von Begeisterung begleitet und dem Wunsch das sich das auch bis zum Ende hin durchzieht. Wenn sie das schaffen, haben Guerilla Games mit Horizon Zero Dawn ein absolutes Highlight erschaffen.

About  

PeBa

Metal Musik der harten und schrägen Gangart, Filme der harten und schrägen Gangart und Computer Games der schrägen und harten Gangart... das sind die Sachen die mir gefallen. Vom Heavy Metal bis hin zum Death Grind Metal und Industrial, so meine musikalischen Vorlieben. Bei Filmen vom Fantasy oder SciFi-Spektakel bis hin zum Horrorfilm, aber auch Anime. Und bei Computergames darf es durchaus auch mal ein Shooter sein, bei dem das Blut spritzt. Und trotzdem bin ich der normale nette Mann von Nebenan und kein psychopatischer Serienmörder. Just have fun and enjoy your time!

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