Horizon Zero Dawn – ein finales Fazit

Posted by  PeBa   in  ,      5 months ago     780 Views     Leave your thoughts  

Wie versprochen, wollte ich ja noch ein finales Fazit schreiben, wenn ich Horizon Zero Dawn, den Spielehit 2017, durchgespielt habe. Okay ich bin noch nicht final durch, mir fehlt noch der letzte Bosskampf, aber dazu gleich mehr. Aber Achtung, ich könnte für den einen oder anderen evtl. zuviel vom Ende verraten, da ich gerade zum Ende ein paar Worte verlieren muss. Sprich minimale Spoiler-Gefahr.

Final muss ich sagen, Horizon Zero Dawn ist mit guten Grund so hoch gelobt und gehört wirklich zu den besten Spielen, die ich in letzter Zeit gespielt habe. Ein tolles Spiel, bei dem aber auch Kritik angebracht ist, denn obwohl die Entwickler sehr vieles sehr gut gemacht haben, muss ich an einigen Ecken doch meckern. Teils zwar auf sehr hohen Niveau, aber auch an ein / zwei grundsätzlichen Stellen, die das Gesamtbild dann doch etwas arg trüben.

Horizon Zero Dawn, die Welt nach dem Weltuntergang. Die Menschen leben nur noch in fast steinzeitlich anmutenden Stämmen zusammen und die Welt ist von Dinosaurier-ähnlichen Robotern bevölkert. Doch seit einigen Jahren wurden die Maschinen immer aggressiver und immer häufiger greifen korrumpierte Maschinen gezielt die Menschen an. Doch warum drehen die Maschinen durch und was ist überhaupt mit der Welt passiert. Das alles darf die Protagonistin Aloy, die in diese Welt geboren wurde, herausfinden. Mehr dazu habe ich aber schon in der ersten Review geschrieben, daher halte ich mich hier etwas kurz.

Man hat schnell eine Vermutung was passiert ist. Und ja, meine Vermutungen wurden bestätigt, wobei man erfährt, das alles noch viel weitreichender war, als ich es eigentlich vermutet hatte. Und das hinterlässt schon den einen Aha-Moment. Denn was damals passiert ist, ist nur ein Teil der Wahrheit, denn viel wichtiger ist: Was ist Zero Dawn und wer ist Aloy?

Dies wird mit zwei Ruinenerforschungen geklärt, die man mit der Hauptmission durchführen muss. Und diese Missionen bringen zwar enorm viel Hintergrundwissen, sind aber spielerisch die schlechtesten Parts im Spiel, denn sie sind einfach zu langwierig und nehmen meiner Meinung nach viel zu viel Tempo aus dem Spiel. Das hätte man wesentlich besser lösen können. Denn die Informationen sind wichtig, aber sie wurden einfach schlecht verpackt, was eigentlich Schade ist, denn sonst haben es die Macher perfekt verstanden, die Geschichte gut zu verpacken. Hier durchstreift man einfach nur Ewig die durchaus großen Ruinen und hofft das man auch wirklich in allen Ecken alle Geheimnisse und Informationen gefunden hat. Das ist Schade, denn das was man bei diesen beiden Missionen erfährt, ist sehr bedrückend und auch beeindruckend. So darf man schon mal das eine oder andere Tränchen unterdrücken, aber im Gesamten sind diese Parts zu langatmig. Vor allem wenn beim zweiten Part das Übliche “ich bin am Ziel und jetzt erscheinen aus dem Nichts genau im richtigen Moment die Gegner” dann sämtliches Gamedesign wieder auf 0815-Kost reduziert. Das hätte man besser machen können, aber um ehrlich zu sein ich habe genau darauf gewartet. Dieses Tomb Raider Symptom: man kämpft sich mühsam durch und an Schlüsselstellen warten dann Gegnerhorden auf einen und man frägt sich wo kommen diese her. Hier zwar sinnvoller und logischer verpackt, aber zu Berechenbar und dramaturgisch unnötig, da man zuvor schon bewiesen hat, das man sowas besser verpacken hätte können.

So habe ich allgemein das Gefühl das gegen Ende rein Spiel-technisch eher Standardformeln verwendet wurden, was etwas Schade ist. Von den finalen Bosskämpfen mal ganz abgesehen. Beim Finale darf man gegen einen menschlichen Gegner kämpfen (ich denke mal das ist kein besonderer Spoiler, wenn ja, sorry dafür), jedoch steckt der teils mehr ein als einige Maschinen. Da legt man explosive Stolperdrähte aus, die große Maschinen zum Straucheln bringen und er geht da durch ohne das ihn das stoppt und der Schaden ist nicht mehr als ein kleiner Kratzer. WARUM??? Das ist nicht der fucking Terminator sondern auch nur ein Mensch. Das macht keinen Sinn. Klar darf er mehr aushalten als andere Gegner, aber wenn der mehr aushält als einige Maschinen, die rein logisch ein anderes Kaliber sind als er, dann ist das schon sehr bitter. Vor allem, wenn er ein Ein- bzw. Zwei-Hit-Monster ist. Hier stört nicht unbedingt der Schwierigkeitsgrad im Kampf, sondern die Unlogik das ein Mensch soviel aushalten kann.

Über den finalen Endgegner will ich dann gar nicht sprechen. Ein Gegner, mit den man schon zweimal in der Welt zu tun hatte und der durchaus schwer zu besiegen ist, aber trotzdem machbar. Die finale Version ist dann aber so unverwundbar, das ich hier nach 10 oder 20 Versuchen dann doch keinen Bock mehr hatte. Und das bei Schwierigkeitsgrad “einfach” wohlgemerkt. Ich weiß nicht, ob der bei mir verbugt ist oder nicht, aber ich konnte kaum Schaden bei ihm machen. Und damit es nicht langweilig wird, ruft der dann noch andere Gegner, die alleine schon eine Herausforderung sein können und wenn man permanent das einzige Ziel aller Aggressionen ist, dann ist das schon uncool. Okay es wird logisch erklärt, warum die Angreifer alle nur auf Aloy gehen und nicht auf die anderen, aber außer das die Begleiter ab und zu doof im Weg rumstehen, haben sie keine besondere Wirkung, somit hätte man sie bei dem Kampf auch weglassen können.

Ich habe mir dann in einem Video noch das finale Ende angeschaut und das ist dann zwar befriedigend, vor allem die finale Szene, aber ich hätte mir hier noch etwas mehr erwartet, denn eigentlich ist dieser finale Kampf ja nur Teil 1 vom eigentlichen Ende, das wird aber komischerweise dann nicht mehr weiter erzählt, was ich etwas schade finde, somit fehlt die finale Auflösung von dem was man sich vorher so mühsam an Infos erarbeitet hat. Und das finale Finale, sozusagen das angehängte Ende ist so typisch Hollywood und eigentlich lächerlich und macht dann wenn man eh etwas vom finalen Bosskampf angepisst ist, das Spiel abschließend nochmal etwas lächerlich. Diese Szene hätte man sich durchaus sparen können, setzt aber nochmal einen Baustein für einen möglichen Part 2. Meiner Meinung aber absolut unnötig und weit unter dem Niveau des Spiels.

Das klingt jetzt enorm negativ, aber das Problem ist halt, wenn man am Schluss eines Spieles so negative Elemente setzt, dann bleibt das halt auch in Erinnerung und das ist schade, denn eigentlich ist Horizon Zero Dawn ein tolles Spiel. Daher hier nochmal die Pros und Contras:

Pro:
– optisch ein Traum
– die Welt ist schön und lebendig und alleine das Erforschen macht schon Spaß
– die Gegner sind fordernd, wenn auch als Bosse teils etwas zu schwer
– die Geschichte ist spannend und mitfühlend erzählt, auch Emotional bewegend
– die Charaktere sind glaubwürdig und toll in Szene gesetzt
– die Missionen, egal ob Haupt- oder Nebenmission sind abwechslungsreich und eigentlich immer interessant (selbst die beiden langatmigen Ruinenerkundungen)
– der Hintergrund ist fesselnd und man will wissen, was passiert ist
– die Hauptquest spaltet sich in verschiedene unabhängige Parts, was unerwartet ist und Spaß macht
– an einer Stelle ist ein Welt-Boss hinterlegt, auf den man auch so treffen kann. Wenn man bereits vor der Mission gegen ihn kämpft, dann erscheint er nicht nochmal. Hat mich positiv überrascht

Contra:
– warum sind nicht alle Fundstücke vertont (Meckern auf hohen Niveau)
– vor allem die Mission zum Sammeln der Hintergrundinformationen, was mit der Welt passiert ist, sind viel zu langatmig, jedoch informativ und notwendig
– am Ende lässt das Storytelling leider an entscheidenden Stellen nach und verkommt zu sinnfreier Standartkost (das fällt vor allem auf, da man zuvor bewiesen hat, das man das eleganter machen kann)
– der Schwierigkeitsgrad ist teils zu hart, vor allem gegen Ende.

Und zum letzten Punkt möchte ich nochmal speziell was sagen. Ich habe das Spiel mit “einfach” gespielt, da ich die Geschichte genießen wollte. Und ganz ehrlich finde ich es schon schade, wenn man selbst auf diesen Modus Probleme hat, den finalen Bossgegner zu besiegen. Ich bin kein Pro-Gamer mit Gamepad, aber wenn ich “einfach” anbiete, dann sollte bei einem Spiel wie Horizon Zero Dawn auch ein Ende möglich sein, ohne das ein Ragequit ansteht. Wir haben es hier ja nicht mit einem Dark Souls zu tun, sondern einen Storybasierten Action-Rollenspiel. Oder ist bei mir der Endgegner einfach nur verbugt und deswegen so unverwundbar? Ich werde die Tage nochmal den Kampf wagen, vielleicht ist der Endboss nach einem Neustart der Konsole wieder so, das man ihm Schaden zufügen kann… (bzw. wenn das Spiel nochmal ein Update bekommt)

Fazit: Geniales Spiel, welches lediglich beim Finale bei mir auf Frust gestoßen ist. Will ich eindeutig mehr von haben. Vor allem nicht nur optisch die schönste offene Welt, sondern auch eine der interessantesten.

About  

PeBa

Metal Musik der harten und schrägen Gangart, Filme der harten und schrägen Gangart und Computer Games der schrägen und harten Gangart... das sind die Sachen die mir gefallen. Vom Heavy Metal bis hin zum Death Grind Metal und Industrial, so meine musikalischen Vorlieben. Bei Filmen vom Fantasy oder SciFi-Spektakel bis hin zum Horrorfilm, aber auch Anime. Und bei Computergames darf es durchaus auch mal ein Shooter sein, bei dem das Blut spritzt. Und trotzdem bin ich der normale nette Mann von Nebenan und kein psychopatischer Serienmörder. Just have fun and enjoy your time!

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