Westworl Staffel 1 Das Labyrinth …ein Kultfilm geht in Serie

Das ist ja Ewigkeiten her, das ich damals den Film mit Yul Brynner gesehen habe. Westworld, der Film in dem in einem Freizeitpark Roboter als Schausteller dienen und als Opfer für Sex und Gewalt dienen. Doch die Roboter besitzen eine weit entwickelte KI und stellen sich plötzlich gegen die Besucher. Und so beginnt das große Gemetzel, der Aufstand der Maschinen.

Genau dieses Setting dient als Vorlage für diese HBO-Serie, auch wenn sie nur im Rahmen am Original festhält und soweit ich es mit meinen spärlichen Erinnerungen an das Original noch beurteilen kann, viel mehr zu bieten hat. Mit einer Serie hat man natürlich viel mehr Möglichkeiten Charaktere und auch Handlungsstränge schön auszuarbeiten. Und gerade das ist eine der großen Stärken dieser Serie. Die Charakter und die ganzen Handlungsverläufe sind trotz großer Komplexität so toll umgesetzt und miteinander verwoben, das sich ein tolles, wenn auch sehr komplexes Gesamtwerk bildet. Die Produktion ist spitzenklasse und die Effekte und Bildqualität, Kamerführung, Inszenierung und Action sind ganz vorne mit dabei. Hier gibt es wenige Serien, die hier mithalten können.

Die Handlung ist bei der ersten Staffel auch durchaus etwas anders als erwartet, denn ohne zuviel zu Spoilern: Staffel 1 beinhaltet den Aufstand der Maschinen noch nicht richtig, sondern erzählt gekonnt, wie es dazu kommt und die Serie endet dann mit dem Start des Aufstands. Doch der Weg dorthin ist es, der hier so gekonnt in Szene gesetzt wurde. Die Verschiedenen Geschichten und Zeitlinien, die sich überschneiden und bei Auflösung mehr als nur Sinn ergeben und auch für den einen oder anderen Aha-Moment sorgten. Einige Auflösungen hätte ich gegen Ende so nicht erwartet, aber geben einigen Ereignissen, die man gesehen hatte durchaus viel mehr Sinn. Hier muss man durchaus etwas am Ball bleiben, da man sonst Feinheiten verpasst. Vor allem weil sich die Handlungsschleifen der Roboter immer wiederholen und auf die Ereignisse die durch die Besucher verursacht werden immer wieder etwas ändern. So erlebt man den Tag in der Welt mit dem alles beginnt in Staffel 1 bestimmt 20 mal, aber ohne das dies langweilig oder lästig wird, da dies einfach zum Gesamtkonstrukt passt. Vor allem diese 2 Welten, die “Jetztwelt” in der die Roboter nur Maschinen sind und die Westernwelt in der die Roboter wie Menschen wirken und nicht immer gleich ersichtlich ist, wer Mensch und wer Maschine ist.

Die Serie ist auch hier und da durchaus brutal und blutig. Diese direkte Darstellung von Gewalt hat mich auch etwas überrascht, dient aber nicht als Gewaltverherrlichung, sondern zeigt teils noch deutlicher diesen Zwiespalt zwischen Nutzung von Robotern als Maschinen und der Entwicklung von künstlicher Intelligenz, bzw. künstlichem Leben.

Am Ende gibt es dann ein großes Feuerwerk, welches die erste Staffel mehr als gekonnt abschließt.

Ich war mir anfangs nicht so sicher, ob die Serie wirklich so gut ist, wie man überall hört, aber ich muss sagen, das ist definitiv großes Kino und jeder Serienfan sollte dieses Highlight gesehen haben.

IMDB: https://www.imdb.com/title/tt0475784

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