Black Butler – ein Teufel von einem Butler der Film

Der Manga ist ein großer Erfolg und der Anime steht dem in nichts nach. Hier haben wir nun die Realverfilmung des Erfolgsmangas aus Japan. Der Film hält sich soweit ich das aktuell beurteilen kann, mehr oder weniger ans Original. Von der Serie bin ich mir nur nicht so ganz sicher, ob der Herr des Butlers auch dort ein junges Mädchen ist, das sich als Junge ausgibt oder nicht. Aber egal, die Charaktere die man vom Anime kennt sind auch hier vertreten, nur das alles in die Zeit 2020 hineingesetzt wurde.

Die Anime-Serie ist ja eher auf Comedy ausgelegt mit vielen skurrilen Situationen. Das restliche Personal ist eher stümperhaft, nur der Butler schafft es immer wieder alles zu regeln. Doch diese Komik der Serie fehlt diesem Film komplett. Im Gegenteil er wirkt äußerst Ernst.

Worum geht es denn hier eigentlich? Das Adelshaus Genpo arbeitet als sogenannter Wachhund der Königin und ist somit angesehen, aber auch gefürchtet. Als die Familie ermordet wird, verschwindet die junge Tochter und wenige später erscheint ein nichtehelicher männlicher Nachfolger mit seinem Butler um das Haus zu übernehmen und den Verpflichtungen der Familie nachzugehen. Ohne zu spoilern kann ich sagen, das dieser Junge niemand anderes ist, als die Tochter die verschwunden ist, da nur ein männlicher Nachfahre die Familienangelegenheiten übernehmen darf. Erfüllt von Rachegelüsten an den Mördern der Eltern hat sie einen Packt mit einem Teufel geschlossen, der fortan als Butler im Dienste der Familie steht und den „jungen Herren“ beschützt. Als plötzlich verschiedene Morde geschehen die mit einem Teufelsfluch verbunden werden, da die Opfer sich rasant schnell zu Mumien verwandeln, beginnt die Suche nach den Hintergründen dieser Morde und auch die Rache, denn beides scheint zusammen zu hängen.

Während der Film erst relativ rasant startet, verliert er immer mehr an Geschwindigkeit und wird gegen Ende fast schon zäh. Eigentlich gut umgesetzt, aber gegen Ende wird man mit langen Diskussionen fast schon gelangweilt. Die Infos sind zwar alle interessant, die man bekommt, aber dem Film wird dadurch der gesamte Elan genommen und verkommt zu einem zähen, fast anstrengenden Diskussionsbrei. Schade denn der Film beweist bereits in den ersten paar Minuten das er eigentlich viel mehr könnte. Fans der Animeserie werden dazu wahrscheinlich auch noch den Humor vermissen, denn humoristisch ist hier kein Element. Nicht einmal die paar trotteligen Passagen der tollpatschigen Haushälterin sorgen für ein Schmunzeln.

Okay, ich werde mit der Animeserie, soweit ich sie schon gesehen habe auch noch nicht 100%ig warm, aber der Film hinterlässt leider auch einen faden Nachgeschmack. Schade, denn die Machart ist toll, die Vorlage ist gut und würde auch mit diesem Ernst funktionieren, aber man verliert sich einfach zu viel in den Fakten die man erzählen möchte und der rausgezogenen Tragik die man am Ende des Films einbaut. Weniger Erklär-Bär, etwas mehr Action und rasantere Schnitte, dann hätte daraus was werden können. Von den ca. 120 Minuten hätte man locker auf 30 Minuten verzichten können und hätte damit wahrscheinlich enorm viel gewonnen.

IMDB: https://www.imdb.com/title/tt2630336

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