Burst Angel …Gewalt und Chaos gegen Chaos und Gewalt im futuristischen Tokio

Im Fokus dieser Anime-Serie stehen die Kämpferin Jo, ihre enge Freundin Meg, die durchgeknallte Hackerin Amy und deren Anführerin Sei. Dieses Team arbeitet als Detektive, bzw. Sondereinsatztruppe eines großen Syndikates im futuristischen Tokio. Doch Tokio ist nicht mehr die moderne vom Aufschwung gezeichnete Vorzeigestadt. Tokio ist im Chaos versunken. Jeder Bürger darf sich bewaffnen und im Kampf gegen die Kriminalität dürfen Opfer gerne auch selber zur Schusswaffe greifen.

Die Polizei ist nicht weniger gefährlich, denn die Einsatztruppe der Polizei RAPT ist alles andere als harmlos. Anfangs sind sie nur brutal und ohne Rücksicht in ihren Einsätzen, denn Gewalt wird am besten mit Gewalt bekämpft. Und im Laufe der Serie wird immer deutlicher, dass diese Polizeigewalt gezielt immer weiter zunimmt. Und so wird schnell klar, das nicht unbedingt die Verbrecher die größte Gefahr sind, sondern die immer mächtiger werdende Polizei ist als totalitäres Machtorgan nicht zu unterschätzen.

Als dann plötzlich amoklaufende Cyborgs und andere komische Kreaturen auf den Plan treten, wird schnell klar, irgendwas stimmt hier so ganz und gar nicht. Mit modernsten technischen Mitteln spielt hier jemand mit Mächten, die nicht immer zu kontrollieren sind.

Anfangs denkt man noch die Geschichte würde sich um den jungen angehenden Koch Kyohei drehen, der von der Truppe angeheuert wird. Doch schnell bekommt man mit, das er nur eine Nebenrolle spielt. Der Hauptcharakter ist die Killerin Jo, deren Existenz weit mehr Geheimnisse in sich birgt, als sie selber weiß.

Das Studio Gonzo steht hinter dieser Serie, dementsprechend gut ist die Präsentation und auch die Machart. Lediglich finde ich den Erzählstil nicht so ganz gelungen. Er wirkt irgendwie teils etwas abgehakt und kann mich nicht immer ganz abholen. Hier fehlt mir das gewisse Etwas, das mich so richtig mitreißen kann. Die Serie macht Spaß und unterhält gut, aber final springt der Funke nie so richtig über. (Kleiner Nachtrag, nachdem ich die Serie ein weiteres mal angeschaut habe, ist der Funke doch richtig über gesprungen und ich glaube ich habe schon vier Durchläufe durch.)

Für Fanservice ist auch gesorgt, jedoch ist das hier wie mit der Story, er ist vorhanden, wird aber auch nie wirklich so richtig in Szene gesetzt. Und ja, die Charaktere funktionieren so lange gut, bis man dann mitbekommt das Jo 17, Meg 15 und Sei gerade mal 19 ist. 19 ist ja okay, aber warum müssen Jo und Meg, die wie ein lesbisches Liebespaar wirken, minderjährig sein? Das hätte auch funktioniert wenn sie von der Story her 18+ wären. Aber das wollte ich nur am Rande anmerken.

Burst Angel ist eine nette Serie, die Spaß macht und unterhaltsam ist. Man darf aber kein Highlight erwarten. Und für eine Produktion von Gonzo fehlt mir das gewisse Etwas, für das andere Serien des Studios bekannt sind, wie Last Exile, Hellsing oder Blue Submarine No.6.

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