Hellboy – Call of Darkness

Lange habe ich auf einen dritten Teil der so fantastischen Hellboy Filme gewartet. Denn die beiden Filme von Guillermo del Toro gehören zu den besten Comicverfilmungen, die es gibt. Wie ich finde auch besser als die ganzen MCU Geschichten. Doch mit den beiden alten Filmen hat das hier recht wenig bis gar nichts zu tun. Denn weder ist der Film von del Toro, noch hängt er sich an die alten Filme dran, sondern erzählt das ganze sozusagen neu und versucht seine eigene Geschichte / Zeitlinie zu zeichnen. Ob das gut ist oder nicht werden die folgenden Zeilen verraten.

Was hat die del Toro Filme so besonders gemacht? Natürlich der Look und die Atmosphäre, die in den Bildern aufgebaut wurden. Dieser Mix aus Mystery und Steam Punk und Moderne wurde einfach fantastisch in Bilder gepackt und war ein sogenannter Eyecatcher. Dazu gute Schauspieler und eine interessante Geschichte. Hier passte einfach alles zusammen und als großer Fan der alten Filme ist man hier entsprechend vorbelastet, da man den neuen Film natürlich damit vergleicht.

Der neue Film hingegen nimmt diese Steampunk Elemente eher als Nebensache. Hier ist man ernster und realitätsnäher und auch durchaus brutaler. Beim alten Hellboy wird Gewalt und Blut eher angedeutet, hier wird diese sehr deutlich gezeigt. Dadurch wirkt der Film viel erwachsener und ich war überrascht wie hoch der Splatter Anteil in den Szenen war. Das hätte ich nicht erwartet. Dämonen die Menschen in der Mitte zerreißen, sie mit ihren Stelzenfüßen aufspießen oder einfach mal den Kopf abbeißen und dann so lange rumschleudern, bis keine Extremitäten mehr am Torso hängen. Oder Riesen die einfach mal genüsslich von einer Leiche abbeißen.

Das steht einem etwas ernsteren Hellboy durchaus gut, dadurch kann sich aber auch diese düstere Romantik der alten Teile nie entfalten und man merkt dieser Film will in eine andere Richtung gehen. Wobei mir das eigentlich sogar gefallen hat, denn dadurch hat der Film seinen eigenen Charme. Denn Action, Schauspieler und Story passen trotzdem gut zusammen. Das ist halt ein Hellboy dessen Darstellung derber und direkter ist. Dies passt auch gut zu ihm.

Wo der Film aber verliert ist der Charakter Hellboy an sich. Denn dieser hat in den alten Filmen einen solchen Bonus in Puncto Coolness und Charme, da reicht die neue Version bei weitem nicht hin. Man versucht ihn auch durch freche Sprüche Coolness zu verschaffen, diese wirken aber meist etwas flach oder falsch platziert. Der neue Hellboy ist in keiner Sekunde eine so coole Sau, wie der alte Hellboy, weder optisch noch als Charakter.

Und ein zweiter negativer Punkt, zu dem ich aber nicht sagen kann, ob er nicht auf der Comicvorlage beruht, ist die Verknüpfung mit der Artus Saga. Der Anfangspart wäre ja noch okay, aber am Schluß die weitere Auflösung finde ich dann doch etwas deplatziert. Wobei kann ja sein, das dies sogar so in der Comicvorlage ist, das kann ich aber leider nicht beurteilen.

Ansonsten von der Inszenierung, dem Monsterdesign und den Schauspielern her gibt es nicht viel zu meckern. Somit bin ich final etwas zwiegespalten. Denn einerseits hatte ich wirklich Spaß an dem Film und muss gestehen, er hat was. Andererseits ist da natürlich der Vergleich zu den del Toro Filmen und hier verliert der neue Film eindeutig, da er diesen beiden Filmen bei weiten nicht das Wasser reichen kann. Hier stehen sich eine schön gekleidete hübsche Gothiclady und ein rauer etwas zerlumpter Rocker gegenüber. Der Rocker hat seinen Charme, wird aber nie so reizvoll sein wie die Gothiclady.

IMDB: https://www.imdb.com/title/tt2274648

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