War of the Arrows

Auf dem Cover prangt ganz groß „Nr.1 der koreanischen Kinocharts“. Bei einem historisch angehauchten Asiafilm spricht dies durchaus für Qualität, die Frage ist nur, ob damit auch europäische Geschmäcker getroffen werden.

Und so erwartete ich viel von diesem Film, bin bei asiatischen Produktionen aber immer etwas vorsichtig, da hier die kulturellen Unterschiede oft entscheidend sein können.

Der Film spielt im Korea des Jahres 1636 während die chinesische Mandschu-Dynastie über das Land herfällt. Die Geschichte wurde also an historische Begebenheiten angepasst und spiegelt diese wie ich finde sehr gut wieder. Hier sei angemerkt, dass die Mandschurei damals um die 500.000 Gefangene nach China verschleppte. Viele davon überlebten diesen Marsch nicht und nachdem es keine Rückführung gab, schafften es nur eine Handvoll wieder zurück nach Korea. Soweit die historischen Fakten, die ich dazu mitbekommen habe.

Alles fängt extrem rasant an mit einer Familie die auf der Flucht ist. Der Vater der Familie war ein Getreuer des alten Königs der gestürzt wurde und so muss seine Familie fliehen. 13 Jahre später geht es dann weiter. Der Sohn und die damals kleine Tochter sind erwachsen und leben im Verborgenen mit den Lasten der Vergangenheit. Doch der Sohn der Familie, die die beiden damals aufgenommen hatte, hat sich in die Schwester verliebt und möchte sie heiraten.

Hier wird der Film erst einmal sehr ruhig und langsam und man ist sich nicht ganz sicher, ob das nicht eher ein romantischer Film wird. Bis auf einmal die Hölle losbricht und die Ortschaft von der Mandschurei überfallen wird. Die Hälfte der Bevölkerung wird umgebracht, die andere Hälfte gefangen genommen und verschleppt. So auch Braut und Bräutigam. Der Bruder konnte den Angriff nahezu unbeschadet überstehen und macht sich nun auf, um seine Schwester aus der Gefangenschaft zu befreien. Da er ein mehr als begabter Bogenschütze ist, hat er alle Fähigkeiten, die es ihm ermöglichen, sich mit dem Feind anzulegen.

Und das ist der Moment in dem der Film rasant und spannend wird, denn auch wenn dem Zuschauer immer wieder Zeit zum Luftholen gegeben wird, so bleibt es spannend und rasant. Und gerade das macht den Film so interessant, da er nach einer etwas längeren Pause am Anfang eigentlich immer spannend bleibt und so keine störenden Längen besitzt.

Kampf- und Actionszenen sind wie für Asia-Kino gewohnt gut und auch direkt, wie auch die gesamte Inszenierung, die erstklassig ausfällt. Hier darf sich manch eine Hollywood-Produktion eine riesige Scheibe von abschneiden.

Was immer mal wieder negativ auffällt, sind die Situationen, in denen die Verfolger erst einen halben Kilometer hinter ihrem Opfer sind, dann im nächsten Schnitt sind sie gleichauf. Oder einer flieht mit Vorsprung sogar per Pferd, später wurde er zu Fuß vom Verfolger wieder eingeholt. Über diese Logikfehler darf man aber hinwegsehen, da diese zur Steigerung der Dramaturgie da sind und in vielen Filmen verwendet wird. Fast wie in einem Horrorfilm in dem die Opfer rennend weglaufen und das Böse mit langsamen Schritt folgt und die Opfer immer wieder einholt…

Gegen Ende zeichnet sich zwar ganz genau ab, wie das Ende des Films aussehen wird, aber das ist halt asiatisches Kino und hier gibt es dafür einfach bestimmte Vorlieben.

Alles in allem ein großes Stück Asia-Kino, welches wirklich sehr gut gelungen ist. Und man merkt gar nicht, das der Film ganze 123 Minuten dauert. Ein Tipp für jeden Asia-Fan.

IMDB: http://www.imdb.com/title/tt2025526

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