Die Chroniken der Klopapier Kriege

Ich kann mich noch gut daran erinnern an eine Zeit, in der man jederzeit aufs Klo gehen konnte und der Griff zum Klopapier ganz natürlich war. Klopapier war einfach ein Alltagsprodukt, welches zur normalen körperlichen Hygiene von jedem verwendet wurde. Es war nichts besonderes, nichts wertvolles, nur ein Produkt, mit dem man sich nach dem Klobesuch sauber machte.


Doch dann 2020 wurde auf einmal alles anders. Eigentlich begann alles ganz harmlos, ein Grippevirus aus Asien breitete sich über die Welt aus. Erst dachten sich die meisten nichts dabei, das gab es ja schon öfters, doch dieser Virus wurde plötzlich zur Pandemie und die ganze Welt stand Kopf. Plötzlich wurde die Leute nervös und kauften die Geschäfte leer. Und ja, auch das Klopapier wurde plötzlich zur Mangelware. Eigentlich war es eine Lungenkrankheit, aber anscheinend dachten viele Menschen, dass das, was die Lunge angreift auch schnell auf den Magen schlägt. Viele Menschen standen vor leeren Regalen und wussten nicht mehr weiter, denn wie sollten sie nun ihr Geschäft verrichten, wenn sie kein Klopapier hatten. Und die Lage wurde nicht besser. Die meisten konnten sich mit Reserven oder Ersatzmitteln eine Zeit lang über Wasser halten. Doch auch irgendwann gingen auch diesen Menschen die Vorräte aus. Und selbst Wochen später konnten nur wenige glückliche, die zur richtigen Zeit im richtigen Laden waren, das kostbare Blattgold erwerben. Doch selbst das wurde immer gefährlicher, denn die Schwarzmarktpreise für Klopapier stiegen ins unermessliche und das was man im Supermarkt für 1 bis 2 Euro einkaufen konnte, wurde auf dem Schwarzmarkt für 10 bis 20 Euro und mehr verschachert. 

So häuften sich immer mehr Berichte, das harmlose Bürger auf Supermarktparkplätzen überfallen und niedergeprügelt wurden, nur weil sie die Packung Klopapier nicht gut genug unter den restlichen Einkäufen verstecken konnten. Und das nicht nur von kriminellen Banden, die das Klopapier für Unsummen weiterverkaufen wollten, nein auch normale Passanten, die schon seit Tagen kein Klopapier nutzen konnten, gehörten zu den Tätern.

Die Lage eskalierte immer mehr und selbst der Einsatz von Polizei und Militär zur gerechten Verteilung des wertvollen Gutes scheiterten. Es hieß von offiziellen Seiten, man könne auch auf Zeitungen ausweichen, aber wer las zu diesen Zeiten noch Printmedien? Und so etwas wie ein Bidet kannten die wenigsten. Man wurde so erzogen, der Hintern lässt sich nur mit Papier sauber machen, Wasser ist viel zu Wertvoll um es dafür zu nutzen. Es kam zu Ausnahmezuständen.

Während sich die Konzerne und Hersteller von Klopapier zur größten Wirtschaftsmacht etablieren konnten, brach die Gesellschaft zusammen. Es kam zu gewalttätigen Ausschreitungen und bald brannte das ganze Land. Nationen zerfielen und nur die Klans mit dem meisten Klopapier konnten sich durchsetzen. Denn wer das Klopapier hatte, der konnte auch die Leute und Kämpfer halten. Wer Mad Max für eine fantastische Dystopie hielt, der wurde eines Besseren belehrt, denn nicht einmal das Erdöl hatte die Macht die Welt so ins Chaos zu stürzen, wie das Blattgold, das Klopapier.

Heute, 20 Jahre später sehe ich als alter Mann auf eine Welt, die sich selber zerstört hat. Städte sind schon lange ausgebrannt und von dem was wir einst Zivilisation nannten, ist heute nichts mehr übrig. Eine Welt in der der Mächtigste und Stärkste regiert. Eine Welt in der ein Stück Papier mehr wert ist, als ein menschliches Leben. 

Die Welt ist sozusagen voll für den Arsch…

(Eine kleine Konzeptidee für einen Bestseller an dem ich vielleicht arbeiten werde.)

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