Da ich in Radolffszell von einigen Leuten angesprochen wurde, wie ich mein Schild gemacht habe, hier eine kleine Anleitung mit einigen Zusatzinfos. Ich bin ehrlich, das habe ich nicht alles selber ausgearbeitet, denn im Internet gibt es einige hilfreiche Anleitungen dazu, aber eine weitere kann nicht schaden.
Von den einzelnen Arbeitsschritten habe ich leider keine Photos, da ich damals nicht daran gedacht habe, aber diese reiche ich nach, wenn ich mir mein zweites Schild baue, was übrigens bald passieren könnte.
Hier eine Liste vom benötigten Material:
3 mal 2mm dicke Sperrholzplatten (Hartholz) , Holzleim, kurze Nägel, Naturdarm oder Lederreste, Griffe und Griffbefestigungen und Farben
Als Werkzeuge braucht Ihr 2 Böcke (für´s angenehmere Arbeiten), viele Schraubzwingen und einige Spanngurte, sowie eine Stichsäge, Feile, Pinsel und Hammer, sowie einen Bohrer
Ich habe durch Zufall nur noch 2 Hartholz-Sperrholzplatten bekommen und musste als dritte Platte eine aus Weichholz nehmen. Diese habe ich in für den Kern des Schildes verwendet, was den positiven Nebeneffekt mit sich bringt, daß das Schild nun Schläge in sich etwas abfedern kann. Bisher war das Schild stabil genug, wobei ich noch keinen extrem Belastungstest gemacht habe. Die Farbe, die ich verwendet habe ist nicht unbedingt authentisch, aber für den ersten Versuch ausreichend und außerdem Schlag- und Wasserfest. Als Umrandung habe ich das Glück gehabt über einen Freund an dünne Lederreste heran zu kommen, die ich links rum aufgezogen habe und somit einen Wildledereffekt für die Umrandung erhalten habe. Außerdem ist Leder meines Wissens nach auch etwas stabiler als Naturdarm, bzw. Rohhaut. Lediglich die Befestigungen der Griffe im Schild sind noch nicht 100%ig. Hier muß ich evtl. noch etwas nacharbeiten. Das Schild ist übrigens für seine Größe angenehm leicht vom Gewicht und klingt auch gut wenn man draufschlägt.
Nun aber zur Herrstellung:
Zuerst habe ich die Sperrholzplatten mit der Dusche (hatte keine andere Möglichkeit) ordentlich naß gemacht, damit diese sich leichter biegen lassen. Anschließend die untere Platte auf die Böcke gelegt und komplett mit Holzleim eingeschmiert, die zweite Platte aufgelegt und diese ebenfalls mit Holzleim eingeschmiert. Nachdem die 3 Platten verleimt waren, habe ich diese mit Schraubzwingen fixiert, und die Spanngurte angelegt. Wenn man nun die Spanngurte anzieht, ist der erste Schritt bis die Biegung entsteht etwas schwierig, wenn man alleine ist, da das Holz hier erst etwas störrisch ist. Sobald die erste Biegung erreicht ist, geht es aber recht gut. Evtl. muß man die Schraubzwingen etwas nachrichten. Wenn die Schraubzwingen an stellen befestigt werden, an denen das Schild sein wir, empfiehlt es sich, unter die Backen noch einen Holzstreifen unterzulegen, damit diese keine Druckstellen hinterlassen.
Ich habe die Spanngurte nach und nach soweit angezogen, bis ich etwas über der gewollten Biegung drüber war. Damit das Holz biegsam bleibt habe ich nasse Küchentücher auf die innere Holzplatte gelegt. Ob das nötig war, kann ich nicht sagen, kann aber nicht schaden. Wichtig ist, daß man etwas weiter biegt, als man es braucht, da die Rundung evtl. etwas zurückgeht, wenn man beim getrockneten Schild die Spanngurte löst.
Wenn man die gewünschte Rundung erreicht hat, heißt es erst einmal warten, bis alles komplett durchgetrocknet hat. Ich habe hier ca. 1 Woche gewartet, nach 3 bis 4 Tagen sollte es aber schon durchgetrocknet sein. Danach kann man dann die Spanngurte entfernen und die gewünschte Schildform aufzeichnen.
Diese habe ich mit der Stichsäge ausgesägt, was aufgrund der Rundung nicht immer ganz leicht ist, daher mit Vorsicht arbeiten, es sollen ja keine Finger dran glauben
Die Ränder dann noch mit einer Feile nachgearbeitet und fertig ist der Schildrohling.
Diesen kann man nun beliebig bemalen. Ich habe zwei Farbschichten drauf gestrichen, da so der Farbton schöner war. Da ich moderne Kunstharz-Farbe verwendet habe, ist der Anstich nicht authentisch. Dies möchte ich beim zweiten Schild besser machen und werde dann den Punkt Anstrich noch etwas anpassen.
Wenn die Farbe getrocknet ist, muß man lediglich noch Griffe montieren. Diese nach eigenen Vorlieben anbringen. Und es empfiehlt sich, die Ränder mit Rohhaut oder Leder zu verkleiden, da dies die Ränder vor Schlägen und anderen Einwirkungen etwas schützt. Außerdem kann man kleine Macken, die beim Aussägen entstanden sind so vertuschen. ![]()
Abschließend kann noch eine Polsterung dort anbringen, wo der Arm das Schild hält, um die Wucht der Schläge nochmal etwas abzufedern. (Dies muß ich noch nachholen bei meinem Schild)
Und fertig ist das Schild!
Mein Normannen-Schild
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